Projekt des Monats

Neuendorf im Sande: Lebendige Zukunft mit historischem Erbe

Bei Fürstenwalde in Brandenburg liegt inmitten einer weitläufigen Wald- und Ackerlandschaft das Landgut Neuendorf im Sande, ein Ort mit bewegter Geschichte: In den 30er Jahren gehörte das Gut zu den zentralen Stätten der Hachschara-Bewegung in Deutschand, die jüdische Jugendliche und Erwachsene auf die Ausreise in das damalige Palästina und andere Länder vorbereitet wurden. Nach dem Prinzip des gemeinschaftlichen Lebens und Arbeitens erlernten sie hier verschiedene handwerkliche wie landwirtschaftliche Fertigkeiten, die sie als zukünftige Siedler*innen in der Ferne benötigten. Im Nationalsozialismus diente das Landgut hingegen als Zwangsarbeitslager, von dem aus unzählige Insassen später nach Ausschwitz deportiert und dort ermordet wurden. Darunter auch Clara Grunwald, eine Pionierin der Montessori-Pädagogik.

Als das sanierungsbedürftige Gut vonseiten der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zum Verkauf stand, setzte sich eine kleine, aber engagierte Gruppe dafür ein, hier anstelle einer renditeorientierten Verwertung einen Ort der Begegnung und des Erinnerns zu schaffen; einen Ort, der nicht nur seine bewegte wie tragische Geschichte bewahrt, sondern von ihr ausgehend auch die demokratische Gestaltung der Gegenwart fördert. So soll in Kooperation mit lokalen Initiativen und im Einvernehmen mit den bestehenden Bewohner*innen auf den 36 Hektar - die 24 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche einschließen - eine Projekt- und Begegnungsstätte entstehen sowie der vorhandene Wohnraum gesichert und erweitert werden. In Anlehnung an die Hachschara-Bewegung gehört zu der Vision zudem die Vermittlung handwerklichen und agrarischen Wissens.

Besonders an diesem Wohn- und Bildungsprojekt ist auch die engagierte Zusammenarbeit der vielen beteiligten Akteure und Institutionen. Die Finanzierung und langfristige Zwecksicherung übernehmen partnerschaftlich die Stiftung Edith-Mayron, die Stiftung trias und das Mietshäuser Syndikat. 

Sie haben Lust das Projekt näher kennenzulernen? Sie brauchen mehr Informationen? Weitere Angaben zur Kontaktaufnahme finden Sie auf der Website des Vereins „Zusammen in Neuendorf e.V.“ und dem Wohnprojekte-portal.


Aktuelles

Literatur-Tipp: Wohnprojekte und Wohnpflegegemeinschaften

Die zentrale Idee gemeinschaftlicher und nachbarschaftlicher Wohnprojekte ist der Wunsch nach einer lebendigen Gemeinschaft, in der Solidarität und Selbstbestimmung gelebt werden. Wohnpfegegemeinschaften können ein Maximum an Selbstbestimmung und Teilhabe trotz Hilfe­ und Unterstützungsbedarf ermöglichen. Damit entsprechen sie der Grundidee der meisten Wohnprojekte und können diese wunderbar ergänzen und erweitern. Damit die Realität aber den Ansprüchen gerecht wird, bedarf es einer guten und umsichtigen Planung.
Die Broschüre informiert anschaulich und wird durch zahlreiche vorbildhafte Projekte ergänzt.

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Unsere Themen sind...

... Gemeinschaftliches Wohnen. Üblicher Weise hat im Wohnprojekt jede Partei ihre separate Wohnung, meist gibt es einem Gemeinschaftsraum. Gegenseitige Hilfe, eigenverantwortliche Organisation der Gemeinschaft, barrierefreies Bauen und ökologische Zielsetzungen sind häufig genannte Schwerpunkte.

... Wohngemeinschaften. Jeder Bewohner verfügt über ein eigenes Zimmer. Darüber hinaus gibt es gemeinschaftlich genutzte Räume, wie Küche, Bad und Wohnraum.

... Baugemeinschaften/Baugruppen. Bauwillige finden sich zusammen, um mehrere Wohneinheiten gemeinsam zu errichten. Auf einen Bauträger wird verzichtet um Einsparungen zu erzielen. Der Schwerpunkt liegt mehr auf der individuellen Wohnung und weniger auf gemeinschaftlichem Wohnen.

... Siedlungsgemeinschaften. Eine solche umfasst mehrere Gebäude in bestehenden Quartieren oder als Neubau. Initiatoren können selbstorganisierte Gruppen sein, aber auch Wohnungsunternehmen. Nachbarschaftshilfen, Pflegeangebote aber auch Stadtentwicklungskonzepte sind oft die Themen.




Welchen Nutzen bietet Ihnen das Wohnprojekte-Portal?


•    Projekte vorstellen
•    Projekte und Mitstreiter suchen
•    Wohngesuche aufgeben
•    Wohnangebote finden
•    Informationsmaterialien an einer Stelle  finden.
•    FachberaterInnen schnell und sicher finden
•    Veranstaltungskalender
•    gesicherte Grundlagen für Politik, Presse und Forschung
      auf Grundlage einer Datenbank bereitstellen
•    Die Bewegung des gemeinschaftlichen Wohnen sichtbar machen,
      zeigen, dass die Projekte keine Spielwiesen, sondern aktive
      Sozialpolitik und eine zukunftsfähige Wohnform aufbauen.


"Projektbörse“ als Kommunikationsebene (unter Projekte/Suche)

Die Projektbörse (genannt Wohnprojekte-VZ) ist eine bundesweit genutzte Plattform für Wohnprojekte und Interessenten. Projektgruppen, Projekte in Gründung und realisierte Projekte können sich mit einem Eintrag präsentieren. Für Einzelpersonen besteht die Möglichkeit einen Wohnwunsch einzustellen und realisierte Projekte können frei gewordene Wohneinheiten in Form eines Wohnangebots offerieren.

Nach umfangreicher Entwicklungsarbeit ist nun die lange angekündigte Suchmaschine im Einsatz, die Interessenten und Gruppen zusammenführt.

Wohnwünsche erhalten ab sofort per Mail Nachricht über passende Projektgruppen, Projekte in Gründung und konkrete Wohnangebote.

Projektgruppen, Projekte in Gründung sowie realisierte Projekte, die ein Wohnangebot eingestellt haben, werden über passende Neueinträge bei Wohnwünschen informiert.

 

"Projektekalender" zur Veröffentlichung von Gruppentreffen – Stammtischen – Veranstaltungen von lokaler Bedeutung (auch auf Neue-Wohnformen)

Dieser Kalender kann gruppenintern genutzt werden, bietet aber auch die Möglichkeit, Interessenten auf ein Projekt aufmerksam zu machen. Die Suchmaschine des Portals weist "Wohnwünsche" automatisch auf diese Termine hin.
Termine mit überörtlicher, grundsätzlicher Themenstellung sind unter „Veranstaltungen“ einzutragen.

 

 


 
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