Die LERN-WG
- Planungsbeginn: 2017
- Bezugsjahr: 2018
- Mitstreiter*innen gesucht: Ja
- Zielgruppe: Behinderte Menschen, junge Menschen, erste eigene Wohnerfahrungen
Kurzbeschreibung
Die LERN-WG ist ein inklusives Wohnkonzept in Berlin-Lankwitz der Anne Ramm Stiftung. In einem Mehrfamilienhaus wohnen Menschen mit und ohne Hilfebedarf unter einem Dach. In neun Wohneinheiten leben Mieter zu einem sozial verträglichen Mietpreis, der LERN-WG stehen fünf weitere Wohneinheiten zur Verfügung, welche zu zwei Wohngemeinschaften zusammengelegt sind. In der LERN-WG leben sechs Menschen mit Hilfebedarf zusammen mit sechs Mit-Bewohner:innen ohne Hilfebedarf, in einer Gemeinschaft. Die 12 Männer und Frauen sind junge Menschen im Übergang zum Erwachsenwerden mit dem Wunsch nach eigenständigen Wohnen. Die Konzeption sieht deshalb vor, dass alle WG-Mitglieder, aus ihrem bisherigen zu Hause, erstmalig in eine Wohngemeinschaft ziehen. Die Mitbewohner:innen ohne Hilfebedarf wohnen in Anlehnung an das Prinzip Wohnen gegen Umsicht in der LERN-WG und müssen sich lediglich an den Betriebskosten und am Essen beteiligen.
Das Projekt
Zielgruppen
- Behinderte Menschen
- junge Menschen
- erste eigene Wohnerfahrungen
Rechtsform
- Stiftung
Projekttyp
- Wohngemeinschaft (mit Gemeinschaftsküche)
Inhaltliche Merkmale
- Gegenseitige Hilfe
- Pflegemöglichkeiten integriert
- Mietfreies/günstigeres Wohnen gegen Mithilfe
Bewohner*innen
- 20-60 Jahre: 12
Größen
- Grundstücksgröße: 1500 m²
- Wohnfläche gesamt: 1065 m²
- Anzahl Wohnungen: 14
- Gemeinschaftsraum: 73 m²
Gebäudeart
- umgebauter Bestandsbau
Gebäudetyp
- Mehrfamilienhaus/-häuser
Lage
- Stadt
Infrastruktur
- ÖPNV-Haltestelle
- Einkaufsmöglichkeit
- Arzt
- Apotheke
- Grünanlagen
Förderungen
- Nein
Zusätzliche Informationen
Ergänzungen zur Kurzbeschreibung:
Der Aufenthalt in der LERN-WG ist temporär angelegt. Die Mitbewohner:innen sollen maximal ein Jahr in der Wohngemeinschaft leben und bekommen über die Hausverwaltung einen entsprechenden Leihvertrag.
Bei den jungen Menschen mit Hilfebedarf ist ein Zeitraum zwischen drei und fünf Jahren angedacht, er orientiert sich an der individuellen Entwicklung jedes Einzelnen. Die anfallenden Kosten für den WG-Platz werden über die Grundsicherung finanziert.
Die LERN-WG ist ein Kooperationsprojekt der Anne Ramm Stiftung (ARS), die reha e.v. Soziale Dienste mit Kontur und der Medical School Berlin (MSB).
Die reha e.V. unterstützt die Menschen mit Hilfebedarf im Rahmen des Betreuten Einzelwohnens (BEW) bedarfsgerecht. Die Anne Ramm Stiftung ist Ansprechpartner für die Mitbewohner:innen und trägt Sorge für die Umsetzung des inklusiven Gesamtkonzepts der Hausgemeinschaft. Die private MSB Universität begleitet das Projekt wissenschaftlich. Die ambulante Kranken- und Hauspflege Gatz+Zippel GmbH rundet das Angebot für die Menschen mit Pflegebedarf ab.
Aus den Kooperationspartnern hat sich ein Beirat gebildet. Dieses Gremium hat eine beratende und begleitende Funktion, sie sichert und entwickelt das Konzept der LERN-WG.
Die Anne Ramm Stiftung hat in der LERN-WG eine Koordinatorenstelle installiert. Der WG-Koordinator fungiert als Schnittstelle zwischen den Kooperationspartnern und den Bewohner:innen. Er ist einerseits erster Ansprechpartner für die Mitbewohner:innen und steht gleichzeitig im engen Austausch mit der Leitung des Betreuten Einzelwohnens (BEW) von die reha e.v., die Leitung der Fachkräfte der Eingliederungshilfe.
Die fortlaufende gemeinsame Überprüfung, ob die Zielsetzungen durch die Angebotsstruktur erreicht werden, sorgt für eine hohe Qualität in der Betreuung der Bewohner: innen.
Die Anne Ramm Stiftung legt großen Wert auf eine hohe Qualität beim Wohnen in der LERN-WG und sieht sich als Impulsgeberin. Sie möchte eine Ergänzung in der Orientierung für die Bewohner:innen sein und durch zusätzliche Angebote die Gemeinschaft der Bewohner fördern. Die Stiftung macht unter anderem Angebote in den Bereichen Freizeit- und Urlaubsgestaltung. Sie schaut auf das Wohnklima und beeinflusst es aktiv.
In Kooperation mit der WOHN:SINN-Bündnis für inklusive Wohnen e.V. und der MSB, findet jährlich mindestens ein Workshop statt, welcher den Rückblick auf das vergangene Jahr behandelt und mit unterschiedlichen Fragestellungen zum Wohnen und Leben in der inklusiven Hausgemeinschaft ausgestattet ist.